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Wie ich wurde, was ich bin.
Geboren wurde ich 1937 in Rostock. Die schlimmen Erlebnisse der
Kriegs- und Nachkriegszeit zwangen mich schon als Kind und Jugendliche,
mich zur "Lebenskünstlerin" zu entwickeln. Früh
musste ich lernen, mich nützlich zu machen und zu arbeiten,
um zu meinem eigenen Lebensunterhalt beizutragen. Wenig Anerkennung
wurde mir zuteil. 1953 machte ich die Ausbildung zur Kauffrau und
Dekorateurin.
Es folgten Jahre besonderer Herausforderungen und Bewährung.
1960 heiratete ich. Vier Kinder wurden geboren. Die Mutterrolle
auszufüllen, den Haushalt zu versorgen, mit verschiedenen kleinen
Jobs ein Zubrot zu verdienen, all das und noch mehr bestimmte die
zweite Lebensphase. Sie endete 1982 mit der Scheidung.
Bereits 1978 hatte ich begonnen, mich zur Altenpflegerin ausbilden
zu lassen. Ein Rückenwirbelbruch beendete jedoch 1988 auch
diese Laufbahn. Doch die Lebenskünstlerin in mir gab nicht
auf. Ich wagte einen neuen Anfang. Bestärkt wurde ich durch
die Partnerschaft mit meinem zweiten Mann.
Gestalt werden lassen, was mich in der Seele bewegt - das wurde
für mich der Schlüssel zu meinem neuen Aufbruch.
Im Verborgenen hatte ich mich schon früher in künstlerischer
Gestaltung und im sprachlichen Ausdruck versucht. Doch erst seit
1989 traute ich mich, meine Kunst auch öffentlich zu zeigen:
zunächst Aquarell- und Seidenmalerei, sowie Tonarbeiten. Mitte
der 90er Jahre entdeckte ich meine Liebe und Begabung für die
Bildhauerei. Ihr bin ich bis heute treu geblieben. Meine gesundheitliche
Konstitution verlangte von mir jedoch die Beschränkung auf
den weichen Speckstein. Etwas später fand ich auch den Mut,
Gedichte, Erzählungen und biographische Notizen in der Öffentlichkeit
zu präsentieren.
Bereits 1991 hatte ich mit eigenen Ausstellungen begonnen. Seit
2001 gehören Gedichte sowie 2003 auch Bronzeskulpturen dazu.
In den letzten Jahren verwende ich zunehmend auch altes Holz (Gebälk,
Strandgut, alte Äste und Stubben). Ich suche mich damit dem
Thema Vergänglichkeit und Erdverbundenheit zu
nähern.
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